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Ohne Fred Morrison gäbs uns so nicht.. |
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Walter Frederick, genannt Fred, Morrison ist 90jährig am 09. Februar verstorben. Nur wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag ist der Erfinder der Plastikflugscheibe Fred Morrison in seinem Heimatort Monroe gestorben. Vor zwei Jahren war einer der beiden Köpfe der Spielzeugfirma Wham-O, Richard Knerr, gestorben, der Morrisons Entwicklung zu einem millionenfachen Bestseller machte.
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Wenige Jahreszahlen prägen den Siegeszug der Flugscheibe von einem Freizeitvergnügen zum Leistungssportgerät: 1937 machte Fred Morrison bei einem Picknick gemeinsam mit seiner späteren Frau Lucille (gestorben 1987) die Entdeckung der außergewöhnlichen Flugeigenschaften des Plastikdeckels einer Popcorndose. Nur ein Jahr später war er auf die an der Ostküste bereits verbreiteten Kuchenbleche der Bäckerei „Ma Frisbie’s“ umgestiegen und verkaufte Sommerfrischlern am Strand im kalifornischen Santa Monica 30-Meter-Rollen unsichtbaren Drahts für einen Vierteldollar. Ein flugfähiges Kuchenblech gab es dann umsonst dazu (aktuell behandelt ein Filmprojekt unter dem Titel "The invisble string" diese Geschichte, siehe http://theinvisiblestring.wordpress.com/).
1948 hatte der gelernte Pilot mit ausgeprägten Kenntnissen der Aerodynamik die erste „Flying Saucer“ genannte Plastikscheibe produziert. Das Nachfolgemodell „Pluto Platter“ von 1995 wies einen höheren Rand und den nach ihrem Erfinder benannte Neigung gegenüber dem Bauch am Innenrand der Scheibe hinzu: Der „Morrison Slope“ sorgt für das den Flug verlängernde Luftkissen. Das Modell erregte das Interesse der Spielzeugfirma Wham-O, die 1957 den Vermarktungsvertrag zu fairen Konditionen abschloss. Noch im selben Jahr wurde der Name „Frisbee“ als Markenzeichen eingetragen, als diese Bezeichnung, die von den Bäckereiblechen herrührt, längst populär war.
Zu dem original Konzept der Plastikflugscheibe fügte im Verlauf der vergangenen mehr als 50 Jahre nur noch Ed Headrick die konzentrischen Kreise auf dem Scheibenrücken hinzu, die für eine höhere Stabilität und Geschwindigkeit der Scheibe sorgten. In einem Fernsehinterview von 2007 kommentierte Fred Morrison seine Erfindung mit den Worten: „Ich habe nichts zur aeronautischen Wissenschaft beigetragen, indem ich einem Kuchenblech eine Wölbung verpasst habe.“ und resümierte: „Die ganze Sache verwundert mich! Ich schüttle immer noch meinen Kopf.“
Im Jahr 2006 hat er gemeinsam mit Phil Kennedy das biografische Buch herausgegeben: „Flat flip flies straight! – True origins of the Frisbee“ (Foto der beiden Autoren vom Buchrücken, Morrison l.) Der Buchtitel bezieht sich auf den Schriftzug auf der Innenseite des Pluto Platters, den seine Frau erfunden hatte: „Play Catch. Invent Games. To fly, flip away backhand. Flat flip flies straight. Tilted flip curves. Experiment!” Aus den Experimenten ist ein hundertmillionenfacher Verkaufserfolg geworden, aus dem reinen Freizeitspaß ein ernstzunehmender Sportbetrieb mit Meisterschaften in Einzeldisziplinen, Freestyle, Disc Golf und dem Teamsport Ultimate, auch als World Games-Disziplin.
Geschrieben von DFV-Geschäftsführer Jörg Benner
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